
Von Schuld, Fassungslosigkeit und dem Mut, wirklich zu fühlen
Wenn wir einen geliebten Menschen oder ein geliebtes Tier verlieren, sprechen wir von Trauer.
Doch was, wenn Trauer zunächst gar nicht das Gefühl ist, das wir am stärksten spüren?
Was, wenn da stattdessen Wut ist? Schuld? Angst? Fassungslosigkeit? Vielleicht sogar Scham oder Erleichterung?
Was, wenn all diese Gefühle so viel Raum einnehmen, dass für die eigentliche Trauer kaum noch Platz bleibt?
Ich habe in den vergangenen Wochen erfahren, wie unterschiedlich sich ein Verlust anfühlen kann. Und wie wertvoll es sein kann, nicht nur zu verstehen, was wir fühlen, sondern auch die emotionalen Belastungen zu verarbeiten, die uns daran hindern, wirklich zu trauern.
Trauer kommt selten allein
Wenn jemand stirbt, hinterlässt er nicht nur eine Lücke.
Manchmal hinterlässt er auch unbeantwortete Fragen, unausgesprochene Worte, Hilflosigkeit und Gefühle, die wir selbst kaum einordnen können.
Da ist vielleicht Wut.
Wut auf die Welt, weil sie sich einfach weiterdreht, obwohl die eigene gerade stillsteht. Wut auf einen Unfallverursacher. Auf Ärzte, die vielleicht nicht helfen konnten. Auf einen Menschen, der sich das Leben genommen hat. Oder auf uns selbst, weil die letzten gemeinsamen Worte im Streit gefallen sind.
Da ist vielleicht Schuld.
Weil wir glauben, nicht genug getan zu haben. Weil wir nicht rechtzeitig erkannt haben, wie schlecht es jemandem ging. Weil wir zu wenig Zeit miteinander verbracht haben. Weil wir Entscheidungen treffen mussten, deren Konsequenzen wir nun tragen.
Vielleicht ist da Scham, weil wir Dinge gesagt oder getan haben, die wir nicht mehr rückgängig machen können.
Vielleicht Angst. Vor der Zukunft, vor weiteren Verlusten, vor einem Leben ohne diesen Menschen oder dieses Tier.
Manchmal ist da sogar Erleichterung, beispielsweise nach einer langen, kräftezehrenden Krankheitsphase. Und möglicherweise direkt danach wieder Schuld, weil wir glauben, diese Erleichterung gar nicht empfinden zu dürfen.
Und manchmal ist da vor allem eines:
Fassungslosigkeit.
Dieses unbegreifliche Gefühl, dass jemand, der eben noch da war, plötzlich nicht mehr da sein kann.
Dass der Verstand zwar weiß, was geschehen ist, aber etwas in uns diese Wirklichkeit einfach nicht begreifen kann.
Als mein Seelenpferd starb
Vor etwas mehr als einem Monat musste ich mein Seelenpferd Chayenne einschläfern lassen.
Ich habe diese Entscheidung bewusst getroffen. Nicht, weil sie bereits in einem Zustand war, in dem nichts mehr ging, sondern weil ich ihr genau diesen Zustand ersparen wollte.
Ich konnte sie nicht retten.
Aber ich konnte verhindern, dass sie leiden musste, bis es irgendwann nicht mehr auszuhalten gewesen wäre.
Ich habe nach bestem Wissen und Gewissen entschieden. Aus Liebe. Aus Verantwortung. Und aus dem tiefen Wunsch heraus, sie zu beschützen.
Lieber wollte ich selbst leiden, als sie leiden zu lassen.
Und so bin ich diejenige, die zurückgeblieben ist.
Ich habe sie auf die Wiese geführt. Sie ging vertrauensvoll neben mir her, so wie sie es immer getan hatte.
Und in mir war dieser unfassbare Gedanke:
Du vertraust mir. Du gehst einfach mit mir. Und ich weiß, dass du jetzt sterben wirst. Weil ich es entschieden habe.
Obwohl ihr Einschlafen ganz friedlich verlief, war das, was danach in mir geschah, alles andere als friedlich.
Wenn der Verstand etwas weiß, das das Gefühl nicht glauben kann
Zunächst war da eine riesige Fassungslosigkeit.
Sie kann doch jetzt nicht einfach tot sein.
Sie kann doch nicht einfach weg sein.
Das geht doch nicht.
Ich hatte das Gefühl, innerlich vollkommen zu erstarren. Als könnte ich nicht einmal mehr richtig atmen.
Mein Körper war in einer Art Freeze-Zustand. Und obwohl das Einschläfern selbst friedlich gewesen war, erlebte ich die Erinnerung daran im Nachhinein als unglaublich belastend.
Und dann kam die Schuld.
Eine unfassbar große, überwältigende Schuld.
Ich hatte die Entscheidung getroffen. Ich hatte sie auf diese Wiese geführt. Sie hatte mir vertraut. Und ich hatte zugelassen, dass ihr Leben jetzt endete.
Ich hatte sie nicht retten können.
Mein Verstand wusste, dass ich aus Liebe gehandelt hatte.
Er wusste, dass ich alles getan hatte, was mir möglich war.
Er wusste, dass ich sie vor Leid bewahren wollte.
Aber mein Gefühl wusste davon offenbar nichts.
Und genau das ist ein entscheidender Punkt.
Wir können etwas rational vollkommen verstanden haben und uns emotional trotzdem ganz anders fühlen.
Wie oft hören Menschen in solchen Situationen Sätze wie:
„Du hast doch alles richtig gemacht.“
„Du konntest nichts dafür.“
„Du hast nach bestem Wissen entschieden.“
Und vielleicht wissen sie das sogar selbst.
Aber dieses Wissen erreicht nicht immer das, was sich tief in ihnen festgesetzt hat.
30 Jahre lang habe ich für sie gesorgt. Und plötzlich konnte ich das nicht mehr.
Was mich nach Chayennes Tod zusätzlich vollkommen aus der Bahn geworfen hat, war etwas, womit ich vorher überhaupt nicht gerechnet hatte.
Ich wusste nicht mehr, wie es ihr ging.
30 Jahre lang hatte ich für sie gesorgt. Ich hatte darauf geachtet, dass es ihr gut ging, hatte ihre Bedürfnisse wahrgenommen, sie versorgt, begleitet, beschützt und immer wieder versucht, Lösungen zu finden, wenn es ihr nicht gut ging.
30 Jahre lang konnte ich etwas tun.
Und plötzlich kann ich nichts mehr tun.
Ich kann nicht mehr nach ihr sehen. Nicht mehr überprüfen, ob alles in Ordnung ist. Nicht mehr helfen, wenn sie Hilfe braucht.
Ich kann nicht mehr ihre Decke wechseln, wenn ihr zu warm wird. Ich kann ihr keine Medikamente mehr geben, wenn sie welche braucht. Ich kann nicht mehr dafür sorgen, dass sie alles hat, was sie benötigt.
Und ich weiß einfach nicht, wie es ihr geht.
Dieses Nichtwissen hat mich beinahe zerrissen.
Vielleicht kennen Menschen, die über lange Zeit einen Angehörigen gepflegt oder ein geliebtes Tier begleitet haben, etwas Ähnliches. Wenn sich über Jahre so vieles darum gedreht hat, für ein geliebtes Wesen da zu sein, und diese Möglichkeit plötzlich nicht mehr existiert.
Bei mir kam noch etwas hinzu.
Weil ich mich so schuldig fühlte, dass ich Chayenne hatte einschläfern lassen, begann ich, mir vorzustellen, dass es ihr nicht gut ging.
Ich wusste es nicht. Ich konnte es nicht wissen.
Aber in meinem Kopf entstanden diese schrecklichen Vorstellungen.
Und rückblickend wurde mir bewusst, dass ich mich damit selbst bestrafen wollte.
Als dürfte es mir nach meiner Entscheidung nicht gut gehen. Als müsste ich leiden, weil ich entschieden hatte, dass sie sterben musste.
Dabei hatte ich genau diese Entscheidung getroffen, um ihr Leid zu ersparen.
Ich wollte nicht, dass sie leiden muss. Und danach sorgte ich mit meinen eigenen Gedanken dafür, dass ich selbst litt.
Als wir nicht nur darüber gesprochen haben
Zwei Tage nach Chayennes Tod habe ich mit einem Kollegen gearbeitet.
Wir haben IERT eingesetzt, eine Methode, die mit Elementen der bilateralen Stimulation arbeitet und mit EMDR verwandt ist.
Dabei werden unter anderem bestimmte Augenbewegungen und wechselseitiges Tappen genutzt, um die Verarbeitung emotional belastender Erfahrungen zu unterstützen.
Zunächst haben wir uns den Sterbeprozess angeschaut.
Nicht, um ihn zu vergessen. Nicht, um Chayennes Tod weniger bedeutsam zu machen.
Sondern damit die Erinnerung daran mich nicht immer wieder in diese überwältigende Fassungslosigkeit und innere Starre zurückwarf.
Und ich konnte spüren, wie sich etwas veränderte.
Die Erinnerung blieb. Aber die überwältigende Reaktion darauf ließ nach.
Anschließend haben wir uns meiner Schuld zugewandt.
Und dabei wurde deutlich, dass diese Schuldgefühle nicht erst mit Chayennes Tod entstanden waren.
Es gab ältere Erfahrungen in meinem Leben, in denen ich mich schuldig gefühlt hatte, obwohl ich hilflos gewesen war. Situationen, in denen ich nichts hätte ändern können und trotzdem das Gefühl zurückgeblieben war, schuld zu sein.
Diese alten Gefühle hatten sich mit meiner aktuellen Erfahrung verbunden.
Wir haben uns deshalb nicht nur die Situation mit Chayenne angeschaut, sondern nach und nach auch diese früheren Erfahrungen bearbeitet.
Und etwas geschah, das mich bis heute tief beeindruckt.
Die Schuld löste sich.
Nicht, weil mir jemand zum hundertsten Mal erklärte, dass ich keine Schuld trage.
Nicht, weil ich mir selbst gut zugeredet hatte, sondern weil sich mein emotionales Erleben tatsächlich veränderte.
Ich konnte auf die Entscheidung zurückblicken, ohne mich dafür schuldig zu fühlen.
Ich wusste nicht nur, dass ich aus Liebe gehandelt hatte.
Ich konnte es endlich auch fühlen.
Verantwortung ist nicht dasselbe wie Schuld
Heute kann ich an diesen letzten gemeinsamen Weg auf die Wiese zurückdenken.
Ich finde es immer noch unglaublich schwer, dass Chayenne mir so vertrauensvoll gefolgt ist, während ich bereits wusste, was geschehen würde.
Dieser Gedanke tut weh. Und ich glaube, das wird er auch weiterhin tun.
Aber etwas Entscheidendes hat sich verändert.
Ich kann heute nicht nur mit meinem Verstand begreifen, sondern auch tief in mir fühlen, warum ich diese Entscheidung getroffen habe.
Weil ich ihr nicht anders helfen konnte.
Weil ich sie nicht retten konnte.
Weil ich sie geliebt habe und nicht wollte, dass sie leiden muss.
Ich bin todtraurig darüber, dass es keinen anderen Weg mehr für sie gab.
Aber ich fühle mich nicht mehr so, als hätte ich sie umgebracht.
Und genau darin liegt für mich die unglaubliche Veränderung, die durch die IERT-Arbeit möglich geworden ist.
Ich habe die Verantwortung für eine Entscheidung übernommen, die ich niemals treffen wollte. Aber Verantwortung ist nicht dasselbe wie Schuld.
Ich musste nicht lernen, meine Entscheidung besser zu begründen. Das konnte ich schon vorher.
Ich musste nicht lernen, mir einzureden, dass ich richtig gehandelt hatte. Das wusste ich bereits.
Was sich verändern durfte, war das Gefühl, das mit dieser Entscheidung verbunden war.
Und erst als die Schuld ihren überwältigenden Platz in mir verloren hatte, konnte ich die Trauer um Chayenne wirklich zulassen.
Nicht weniger schmerzhaft. Nicht weniger tief.
Aber ohne mich gleichzeitig für ihren Tod verurteilen zu müssen.
Als ich mir erlauben konnte, an etwas Tröstliches zu glauben
Mit der Verarbeitung der Schuld und dem Loslassen des Bedürfnisses, mich selbst zu bestrafen, veränderte sich noch etwas anderes.
Meine Gedanken darüber, wie es Chayenne jetzt geht.
Schon vor unserer IERT-Arbeit hatte mir ein spiritueller Mensch gesagt, dass es ihr gut gehe. Doch damals konnte ich diesen Gedanken überhaupt nicht an mich heranlassen, nicht ein bisschen…
Erst nach der Verarbeitung der Schuldgefühle wurde es möglich.
Inzwischen haben mir auch weitere spirituelle Menschen bestätigt, dass es ihr gut geht. Aber ich weiß natürlich, dass ich keine Gewissheit darüber haben kann.
Und genau deshalb habe ich für mich eine bewusste Entscheidung getroffen.
Ich entscheide mich, daran zu glauben, dass es ihr gut geht.
Weil ich es ohnehin nicht wissen kann, weil ich es nicht ändern kann und weil dieser Gedanke mir guttut.
Es hilft Chayenne nicht, wenn ich mir weiterhin vorstelle, dass sie leidet. Und es hilft auch mir nicht.
Vor allem aber habe ich heute nicht mehr das Bedürfnis, mich mit solchen Gedanken zu bestrafen.
Ich muss nicht mehr leiden, um zu beweisen, wie sehr ich sie geliebt habe.
Ich darf mir erlauben, an etwas Tröstliches zu glauben.
Und auch das war für mich erst möglich, nachdem wir die überwältigenden Schuldgefühle und die damit verbundene Selbstbestrafung bearbeitet hatten.
Ich kann nicht mehr für sie sorgen, wie ich es 30 Jahre lang getan habe. Aber ich darf darauf vertrauen, dass es ihr gut geht.
Und plötzlich war da Platz für Trauer
Das vielleicht Wertvollste an dieser Erfahrung war für mich nicht einmal, dass die Schuld gehen durfte;
Sondern das, was danach möglich wurde.
Ich konnte endlich trauern.
Ohne dass die Schuld alles überschattete.
Ohne dass mich die Erinnerung an ihren Tod in diese innere Starre zurückwarf.
Ohne dass ich mich ständig mit der Frage quälen musste, ob ich etwas falsch gemacht hatte.
Da war plötzlich Raum für die eigentliche Trauer.
Für die Liebe, die keinen Ort mehr findet, an dem sie so gelebt werden kann wie zuvor.
Für das Vermissen.
Für die Tränen.
Für all das, was Chayenne für mich war und immer bleiben wird.
Und diese Trauer möchte ich gar nicht wegmachen.
Ich möchte sie fühlen dürfen.
Trauer muss nicht repariert werden
Für mich ist das eine ganz wichtige Unterscheidung in meiner Arbeit.
Trauer an sich ist nichts, was wir wegtherapieren müssen.
Trauer ist eine natürliche Reaktion auf Verlust. Sie darf schmerzen. Sie darf Zeit brauchen. Sie darf laut sein, leise sein, überwältigend sein oder manchmal sogar für eine Weile in den Hintergrund treten.
Ich persönlich glaube auch nicht daran, dass Trauer bei jedem Menschen bestimmte Stadien in einer festgelegten Reihenfolge durchlaufen muss.
Zumindest meine eigene Trauer funktioniert ganz anders.
Sie kommt in Wellen.
Manchmal kann ich liebevoll an Chayenne denken und lächeln.
Manchmal trifft mich ihr Fehlen mit einer solchen Wucht, dass mir die Tränen kommen.
Manchmal brauche ich Nähe. Manchmal Rückzug. Manchmal möchte ich von ihr erzählen, manchmal einfach nur still sein.
Und all das darf sein.
Auch Wut, Schuldgefühle, Angst oder Fassungslosigkeit können zu einem natürlichen Trauerprozess gehören. Nicht jedes unangenehme Gefühl ist automatisch eine Blockade, die aufgelöst werden muss.
Entscheidend ist, wie sehr es uns belastet, ob wir darin feststecken und ob es uns daran hindert, mit unserem Verlust einen eigenen Weg zu finden.
Es geht nicht darum, Trauer möglichst schnell hinter sich zu bringen.
Es geht darum, einen Weg zu finden, mit ihr zu leben.
Wenn der Körper uns zum Fühlen einlädt
Nach Chayennes Tod hatte ich zunächst das Bedürfnis, mich in Aktivität zu stürzen.
Etwas tun. Beschäftigt sein. Funktionieren.
Vielleicht auch, um nicht die ganze Zeit spüren zu müssen, was geschehen war.
Doch mein Körper setzte mir ziemlich schnell Grenzen.
Ich wurde krank und war plötzlich gezwungen, zur Ruhe zu kommen.
Ob diese Erkrankung tatsächlich mit der emotionalen Belastung zusammenhing, kann ich nicht wissen. Aber sie hat mich dazu gebracht, innezuhalten.
Nicht mehr auszuweichen.
Nicht mehr ständig etwas erledigen zu müssen.
Sondern einfach da zu sein.
Und zu fühlen.
Zu weinen, wenn mir danach ist. Mich auszuruhen, wenn ich erschöpft bin. Mich zu erinnern, wenn Erinnerungen auftauchen.
Und langsam zu lernen, meinem eigenen Bedürfnis in diesem Moment zu vertrauen.
Was ich aus dieser Erfahrung mitnehme
Ich arbeite selbst mit IERT und anderen körper- und emotionsorientierten Methoden. Ich kenne ihre Möglichkeiten aus meiner beruflichen Praxis.
Aber diese Erfahrung hat mir noch einmal auf einer ganz persönlichen Ebene gezeigt, wie tiefgreifend eine solche Arbeit sein kann.
Ich weiß nicht, wie lange ich ohne diese Unterstützung in meiner Schuldspirale geblieben wäre.
Vielleicht Wochen. Vielleicht Monate. Vielleicht noch viel länger.
Was ich aber weiß, ist, dass ich durch diese Begleitung etwas loslassen konnte, das ich allein durch Nachdenken und Verstehen nicht hatte verändern können.
Das bedeutet nicht, dass IERT bei jedem Menschen dieselbe Wirkung hat oder dass jede belastende Emotion bearbeitet werden muss. Auch braucht nicht jeder trauernde Mensch eine solche Begleitung.
Aber manchmal ist es eben nicht die Trauer selbst, die uns festhält.
Manchmal sind es Schuld, Angst, Scham, überwältigende Erinnerungen oder alte Verletzungen, die durch einen Verlust wieder berührt werden.
Und dann kann es hilfreich sein, genau dort hinzuschauen.
Nicht, um die Liebe zu dem verstorbenen Menschen oder Tier loszulassen.
Nicht, um den Verlust ungeschehen zu machen.
Und schon gar nicht, um weniger zu fühlen;
Sondern damit wir wieder fühlen können, was wirklich da ist.
Ich vermisse Chayenne jeden Tag.
Ich werde sie immer lieben.
Und ich bin unendlich traurig, dass ich mein Leben ohne sie weiterleben muss.
Aber ich muss mich nicht mehr schuldig fühlen, weil ich sie vor Leid bewahrt habe.
Ich habe nicht gelernt, weniger zu lieben; Nicht gelernt, weniger zu vermissen; Und auch nicht, weniger traurig darüber zu sein, dass ich sie nicht retten konnte.
Ich habe erlebt, dass ich die Schuld und die Selbstbestrafung loslassen kann, ohne meine Liebe und meine Trauer loslassen zu müssen.
Und das ist ein Unterschied, der für mich kaum größer sein könnte.
Die Liebe bleibt. Die Trauer darf fließen. Und die Schuld darf gehen.
